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Kündigung der Tarifverträge
16.09.09
Zollkontrollen und Entsendegesetz - wohin geht die Reise in einer Branche mit mehr als 820.000 Beschäftigten?

In Deutschland wird über vieles öffentlich geredet, über die „Opelaner“ und das vielleicht 10.000 Automobilarbeiter ihren Job verlieren. Oder über die 220.000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste, die zwar mehr Lohn erhalten, deren Arbeitgeber, unsere Kommunen, aber nicht wissen, woher sie das Geld dafür nehmen sollen.
Außen vor der Tür, kehrt sich der Dreck leicht, nur in die eigene gute Stube möchte sich keiner blicken lassen!
Für mehr als 820.000 Beschäftigte unserer Branche wird es bittere Realität, die allgemeinverbindlichen Tarifverträge sind zum 30. September 2009 durch die Gewerkschaft gekündigt worden.
Darüber schweigen die Medien in der Bundesrepublik, es betrifft ja nur die ohnehin schon gebeutelten, oftmals zu Hartz IV Empfängern gewordenen Einkommensschwachen.

Nun sind Tür und Tor geöffnet für den Preiskampf am Markt. Und warum soll es anders laufen als beim Milchpreis? Wir, die doch gleichzeitig die Verbraucher sind, haben Mitleid und verstehen den Bauern. Mit weniger als 40 Cent pro Liter Milch kann man seinen Betrieb nicht bezahlen. Oder doch? Denn ebenso verständlich kaufen wir die Milch beim Discounter ein. Ohne uns würde das Dilemma gar nicht stattfinden. Was bleibt, dass der Bauer lernen muss, für weniger als 40 Cent seine Milch zu produzieren, alle anderen, die das nicht lernen, bleiben auf der Strecke! Übrigens, der aktuelle Milchpreis liegt bei 28 bis 30 Cent!

Das ist Marktwirtschaft, der Markt (also wir) bestimmt den Preis, das Produkt und die Produktion sowie den Verdienst des Bauern.
Auch wir mussten schon erleben, wie öffentliche Träger und Kommunen in einer tariffreien Zeit auf uns zu kamen und eine Preissenkung verhandeln wollten. Nur das persönliche Gespräch, verbunden mit dem Appell an die Menschlichkeit führte dazu, dass es zu keiner Preissenkung und damit zu niedrigeren Löhnen für unsere Mitarbeiter kam.

Wie wird sich das aber jetzt verhalten? Die öffentliche Hand hat leere Kassen und eine Einigung im Tarifstreit ist nicht in Sicht!
Durch die Arbeitgeber ist für den Osten eine Lohnerhöhung von 3,6% angeboten worden, das würde einem Stundelohn von 6,82 € entsprechen. Einen solch hohen Abschluss gab es in den letzten 14 Jahren in unserer Branche nicht.
Die Gewerkschaft hat den Tarifvertrag gekündigt, was bleibt sind Unsicherheit und die Frage: „Wohin soll die Reise gehen?“.

Ein weiteres Instrument der Kontrolle auf „schwarze Schafe“ in der Branche ist dadurch gefährdet, das Entsendegesetz und die damit verbundenen Zollkontrollen. Unser Unternehmen wurde bisher an allen Standorten bereits geprüft, der letzte Einsatz erfolgte im „Fontanehotel“ in Neuruppin. Alle Kontrollen verliefen ohne Beanstandungen, in vier Fällen mussten Mitarbeiter ihren Ausweis von zu Hause holen. Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann, wenn auch der Auftritt des Zolls mit uniformierten und bewaffneten Mitarbeitern erst einmal nichts Gutes ahnen lässt!

Ja, wohin soll die Reise gehen, in einer Branche die tagein und tagaus in Deutschlands Stuben für Sauberkeit sorgt?
Wir bleiben dabei, unsere Mitarbeiter erhalten weiter den Tariflohn! Wir setzen uns dafür ein, dass die Arbeit unserer Mitarbeiter anerkannt und gerecht entlohnt wird. Im Interesse aller Beteiligten treten wir dafür ein, dass der tariflose Zustand nicht lange anhalten wird.

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